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azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt
azuro ist Teil des Jugendsonderprogramms und wird durch das 
Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) gefördert.
Das 
Jugendsonderprogramm unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und hilft dadurch Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung.

Weitere Informationen unter www.muenchen.de/mbq

 

Arbeitszeit für Azubis


Was ist Arbeitszeit?
Arbeitszeit ist die Zeit, die du jeden Tag in deinem Betrieb verbringst. Die Pausen gehören nicht zur Arbeitszeit. Die Zeiten, die du in der Berufsschule verbringst, werden dir auf die Arbeitszeit angerechnet. Deine tägliche oder auch wöchentliche Arbeitszeit ist in deinem Ausbildungsvertrag festgelegt.
Die Arbeitszeit in deinem Ausbildungsvertrag wird dabei entweder durch einen bestehenden Tarifvertrag oder durch die Arbeitszeitgesetze beschränkt. Wenn du weniger als 40 Stunden in der Woche arbeiten musst, ist dies ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass für dich ein Tarifvertrag gilt, den deine Gewerkschaft in deiner Branche abgeschlossen hat.

Bei Fragen zum Thema Arbeitszeit kannst du dich an uns wenden. Wir beraten Auszubildende aus München gerne: Kontaktformular


Arbeitszeit für Minderjährige
Für Minderjährige gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Die Arbeitszeit für Jugendliche ist nach Jugendarbeitsschutzgesetz auf acht Stunden täglich und auf vierzig Stunden in der Woche begrenzt. Beträgt die Arbeitszeit an einzelnen Tagen weniger als acht Stunden, können minderjährige Azubis an den anderen Arbeitstagen derselben Woche bis zu achteinhalb Stunden beschäftigt werden (§8 Jugendarbeitsschutzgesetz). Das gilt auch, wenn für Azubis eine Gleitzeitregelung gilt.

Deine Arbeitszeit muss durch im voraus feststehende Pausen unterbrochen werden (§11 Jugendarbeitsschutzgesetz). Bei einer Arbeitszeit zwischen viereinhalb und sechs Stunden hast du Anspruch auf mindestens eine halbe Stunde Pause, bei höheren Arbeitszeiten muss die Pause mindestens eine Stunde betragen.

Zwischen 20.00 und 6.00 Uhr darfst du nicht beschäftigt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen für bestimmte Gewerbezweige - zum Beispiel Bäcker - und für den Schichtbetrieb. Zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn müssen mindestens zwölf Stunden ununterbrochener Ruhezeit liegen (§ 13 Jugendarbeitsschutzgesetz)

Für Jugendliche gilt grundsätzlich die Fünf-Tage-Woche (§15 Jugendarbeitsschutzgesetz). Der Samstag ist arbeitsfrei (§16 Jugendarbeitsschutzgesetz). Das gilt selbstverständlich auch für den Sonntag und für Feiertage (§17,18 Jugendarbeitsschutzgesetz). Ausnahmen von diesem Arbeitsverbot gibt es in Branchen wie der Gastronomie und der Landwirtschaft. Hier gelten spezielle Regelungen: Wirst du an einem Sonntag beschäftigt, muss dir in der selben Woche ein Ersatzruhetag gewährt werden. Wirst du an einem Feiertag beschäftigt, der auf einen Werktag fällt, muss dir innerhalb der selben oder der folgenden Woche ein Ersatzruhetag gewährt werden. Und: Am 25. Dezember, am ersten Osterfeiertag und am 1. Mai dürfen Jugendliche unter keinen Umständen beschäftigt werden! Mindestens zwei Samstage im Monat sollen (§16 JArbSchG) und zwei Sonntage im Monat müssen (§17 JArbSchG) beschäftigungsfrei bleiben.
Anrechnung der Berufsschulzeiten bei Minderjährigen
Ein Berufsschultag, der mehr als fünf Unterrichtsstunden umfasst, muss mit acht Zeitstunden auf die Arbeitszeit angerechnet werden (§9 Jugendarbeitsschutzgesetz). Allerdings nur einmal die Woche. Wenn es zwei Berufsschultage gibt, wird beim zweiten nur noch die Unterrichtszeit einschließlich der Pausen angerechnet. Allerdings muss die Berufschulzeit nur auf die gesetzlich vorgeschriebene Höchstarbeitszeit von 40 Stunden angerechnet werden!
Etwas anderes gilt bei Blockunterricht: Beträgt der Unterricht in der Blockwoche mindestens 25 Stunden und sind diese auf fünf Tage verteilt, wird die Blockwoche mit 40 Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet. Während der Blockwoche sind allerdings betriebliche Ausbildungsveranstaltungen bis zu zwei Stunden in der Woche zulässig.


Arbeitszeit für Volljährige
Aber auch für Azubis über 18 Jahre gibt es Beschränkungen. Die tägliche Höchstarbeitszeit liegt bei acht Stunden (§3 Arbeitszeitgesetz). Sie kann aber zeitweise auf zehn Stunden verlängert werden. Für volljährige Azubis gibt es keine gesetzliche Regelung, welche die Fünf-Tage-Woche vorschreibt, der Samstag ist im Arbeitszeitgesetz ein ganz normaler Werktag. Volljährige dürfen in bestimmten Branchen auch am Sonntag und an Feiertagen beschäftigt werden, wenn die Arbeit nicht an anderen Tagen erledigt werden kann (§9,10 Arbeitszeitgesetz). Allerdings müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr arbeitsfrei sein. Außerdem steht dir für die Beschäftigung an Sonntagen ein Ersatzruhetag zu, der innerhalb von zwei Wochen gewährt werden muss. Für die Beschäftigung an einem Feiertag, der auf einen Werktag fällt, steht dir ein Ersatzruhetag zu, der innerhalb von acht Wochen gewährt werden muss (§11 Arbeitszeitgesetz).

Du darfst also nach dem Arbeitzeitgesetz an sechs Tagen die Woche durchschnittlich 48 Stunden arbeiten. Für einige volljährigen Azubis gilt jedoch ebenfalls die Fünf-Tage-Woche, weil sie in Tarifverträgen festgelegt ist. Und auch die Arbeitzeit ist oft in Tarifverträgen deutlich niedriger festgelegt.

Auch bei Azubis über 18 Jahre muss die Arbeitszeit durch im voraus feststehende Pausen unterbrochen werden. Die Pause muss bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 30 Minuten lang sein, bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Du darfst nicht länger als sechs Stunden ohne Ruhepause beschäftigt werden (§4 Arbeitszeitgesetz).


Anrechnung der Berufsschulzeiten bei Volljährigen
Auch Volljährige sind für den Berufsschulunterricht freizustellen, die Teilnahme am Unterricht geht der betrieblichen Ausbildung vor (§15 Berufsbildungsgesetz). Das gilt auch dann, wenn du nicht mehr schulpflichtig bist. Die Freistellung umfasst dabei nicht nur die reine Unterrichtszeit, sondern auch die Zeiten des notwendigen Verbleibs in der Berufsschule, zum Beispiel unterrichtsfreie Zeiten, Pausen und die Wegzeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.

Die Berufsschulzeit ist also auf die vertragliche Arbeitszeit anzurechen, allerdings gibt es einen Haken: Eine Freistellung ist nur dann möglich, wenn sich Unterrichtszeit und Ausbildungszeit überschneiden. Findet die Berufsschule also zu Tageszeiten statt, an denen dein Betrieb noch nicht geöffnet hat, erfolgt keine Freistellung und keine Anrechnung. Es kann also passieren, das Auszubildende in bestimmten Fällen weit über die vertraglich geregelte Arbeitszeit hinaus Zeit in Berufsschule und Betrieb verbringen, die absolute Höchstgrenze liegt dabei bei der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstarbeitzeit von 48 Stunden.

Oft verlangen Ausbilder von volljährigen Azubis, dass sie nach der Berufsschule noch in den Betrieb kommen sollen. Hier gilt: Von der täglichen Arbeitzeit wird die gesamt Zeit in der Berufsschule abgezogen, falls die Berufsschule während der üblichen Arbeitszeit statt findet. Außerdem wird der Weg von der Berufsschule in den Betrieb auf die Arbeitzeit angerechnet. Ist die Zeit, die der Azubi nach der Berufsschule noch im Ausbildungsbetrieb verbringen kann zu kurz, um dem Ausbildungszweck zu dienen - weniger als 30 Minuten - kann der Ausbilder die Rückkehr des Azubis nicht verlangen.


Überstunden
Zum Thema Überstunden haben wir einen Podcast erstellt. Du kannst dich also zurücklehnen und dir alles in Ruhe anhören: Überstunden

Überstunden nur freiwillig!
Überstunden musst du als Azubi - im Gegensatz zu normalen Mitarbeitern - nur freiwillig machen. Warum? Du machst keine Ausbildung, um zu arbeiten, sondern um zu lernen, und die normale vereinbarte Arbeitszeit reicht, um die Lerninhalte zu vermitteln. Daraus ergibt sich auch folgender Grundsatz: Überstunden müssen immer dem Zweck der Ausbildung dienen, d.h. dein Ausbilder oder eine ausbildungsbeauftragte Person müssen anwesend sein, wenn du Überstunden leistest! Wenn du keine Überstunden machen willst kannst du einfach nach Hause gehen wenn du die vertraglich vereinbarte tägliche Ausbildungszeit abgeleistet hast! Es ist sinnvoll, die Arbeitszeiten regelmäßig und exakt zu notieren. In der Regel existiert in deinem Betrieb ein Zeiterfassungssystem (elektronisch oder manuell in einem Arbeitszeitnachweis). Wenn ein solches System existiert, solltest du deine Arbeitszeiten zeitnah kontrollieren und deinem Chef zur Kontrolle vorlegen.

Wie viele Überstunden darf ich maximal machen?
Wenn du Überstunden freiwillig machst gilt: Minderjährige dürfen nicht mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten, Volljährige durchschnittlich von sechs Monaten nicht mehr als 48 Stunden und zeitweise maximal 60 Stunden, siehe Arbeitszeit.

Überstunden auszahlen!
Wenn nichts vereinbart ist gilt folgendes: Überstunden müssen dir selbstverständlich besonders vergütet oder in Freizeit ausgeglichen werden (§17 Berufsbildungsgesetz). Viele Tarifverträge legen sogar Mehrarbeitszuschläge fest. Eine Zuschlagpflicht ist im BBiG nicht geregelt, kann aber einzelvertraglich vereinbart sein oder sich aus einem anwendbaren Tarifvertrag ergeben. Anstelle der besonderen Vergütung kann der Ausgleich auch durch entsprechende Freizeitgewährung erfolgen. Der Ausbildende hat hier das Wahlrecht.
Aber es gibt noch eine ganz andere Möglichkeit: So kannst du z.B. mit deinem Ausbildenden eine schriftliche Vereinbarung über einen Ausgleich für deine Überstunden abschließen.

Unbezahlte Überstunden?
Falls du regelmäßig Überstunden machen musst, die dir nicht ausbezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden, schreibe sie dir genau auf und schreibe auch dazu, was du gemacht hast bzw. wo und mit wem. Du kannst die Überstunden nämlich auch rückwirkend geltend machen allerdings solltet du damit nicht lange warten. Wenn du keinen Ausgleich erhältst solltest du möglichst bald einen schriftlichen Hinweis an den Betrieb schicken,  in dem steht, dass noch Überstunden offen sind die ausgeglichen werden müssen!

Falls du unbezahlte Überstunden leisten musst, kannst du dich an uns wenden. Wir helfen dir gerne: Kontaktformular


Minusstunden
Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Chef erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt haben. Es gilt jedoch: Die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an.