azuro auf Facebook
azuro auf Facebook


Krise in der Ausbildung?
Fragen zur Ausbildung?


Beratung für Azubis aus München:

Online Beratung
Kontaktformular

Telefonische Beratung
Fon: 089-51410635
Fax: 089-5141069935

Persönliche Beratung
Während der Öffnungszeiten
Bitte Termin vereinbaren!

Öffnungszeiten
Mo, Di, Mi, 15:00-18:00 Uhr
Do 17:00-20:00 Uhr
Fr  09:00-12:00 Uhr azuro - Ausbildungs- & Zukunftsbüro
Paul-Heyse-Str.22
80336 München
Fon: 089/ 51 41 06 35
Fax: 089/ 51 41 06 99 35
Mail:
azuro@azuro-muenchen.de

azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt azuro ist Teil des Jugendsonderprogramms und wird durch das  Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) gefördert. Das  
Jugendsonderprogramm unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und hilft dadurch Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung. Weitere Informationen unter www.muenchen.de/mbq

 

Urlaub für Azubis

Zum Thema Urlaub haben wir einen Podcast im Angebot. Du kannst dich also zurücklehnen und dir alles in Ruhe anhören: Urlaub

Gesetzlicher Urlaubsanspruch für Volljährige
Als aller erstes solltest du herausfinden, wie viel Urlaub dir zusteht. Dazu wirfst du mal einen Blick in deinen Ausbildungsvertrag. Bei Volljährigen ist der Urlaub in der Regel auf der ersten Seite des Ausbildungsvertrages eingetragen. Und schon wird es kompliziert. Dein Urlaub kann nämlich entweder in Arbeitstagen oder in Werktagen angegeben werden und diese beiden Wörter haben eine unterschiedliche Bedeutung.

Wenn dein Urlaub in Werktagen angegeben ist, gilt folgendes: per Gesetz ist der Samstag ein ganz normaler Werktag und die Woche besteht aus sechs Werktagen. Ist dein Urlaub also in Werktagen angegeben muss du - auch wenn du nur fünf Tage die Woche arbeitest - für eine Urlaubswoche sechs Urlaubstage nehmen. 24 Werktage Urlaub bedeuten demnach genau vier Wochen Urlaub im Jahr (24:6) und das ist der gesetzliche Mindestanspruch. Wird dein Urlaub in Arbeitstagen angegeben gilt folgendes: Für eine Urlaubswoche musst du so viel Urlaubstage nehmen, wie du regelmäßig arbeitest. Für viele Azubis gilt die Fünf-Tage-Woche und sie müssen nur fünf Tage Urlaub für eine Woche nehmen. Wenn du aber zum Beispiel im Einzelhandel arbeitest, hast du häufig eine Sechs-Tage-Woche und musst sechs Tage Urlaub für eine Woche nehmen.

Du hast per Gesetz Anspruch auf 24 Werktage, also genau vier Wochen Urlaub im Jahr (§3 Bundesurlaubsgesetz). Aber vielen Azubis steht mehr Urlaub zu, weil die Gewerkschaften in Tarifverträgen für bestimmte Branchen mit den Arbeitgebern einen höheren Urlaubsanspruch aushandeln. Wenn du also Anspruch auf mehr Urlaub als 24 Werktage hast, ist das also ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass für dich ein Tarifvertrag gilt, in dem dieser Anspruch festgelegt ist.

Fragen zum Thema Urlaub beantworten wir gerne: Kontaktformular


Gesetzlicher Urlaubsanspruch für Minderjährige
Wenn du minderjährig bist, solltest du zunächst auf der ersten Seite deines Ausbildungsvertrages nachsehen, ob hier ein Urlaubsanspruch festgelegt ist. Falls nein, musst du im Kleingedruckten nachlesen. Dort findest du dann einen Auszug aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz, das den Urlaubsanspruch für Minderjährige folgendermaßen festlegt:
Wenn du zu Beginn des Kalenderjahres noch unter 16 Jahren bist, hast du Anspruch auf 30 Werktage Urlaub, wenn du unter 17 Jahre bist auf 27 Werktage und wenn du unter 18 Jahre bist auf 25 Werktage. Auch im Jugendarbeitsschutzgesetz ist der Urlaub in Werktagen angegeben und das bedeutet, dass du sechs Urlaubstage für eine Woche Urlaub nehmen musst, auch wenn du nur fünf Tage in der Woche arbeitest.


Urlaubsanspruch durch Tarifverträge
Die meisten Azubis haben einen höheren Urlaubsanspruch als das Gesetz vorsieht, weil die Gewerkschaften für viele Branchen Tarifverträge aushandeln, in denen auch der Urlaubsanspruch festgelegt ist.
Falls also in deinem Ausbildungsvertrag ein höherer Urlaubsanspruch festgelegt ist, als es das Bundesurlaubsgesetz oder das Jugendarbeitsschutzgesetz vorsieht, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass für dich ein Tarifvertrag gilt. In diesem Fall solltest du mal bei deiner Gewerkschaft nachfragen, was dir noch alles zusteht – zum Beispiel Urlaubsgeld!


Zeitpunkt des Urlaubs
Du hast einen Anspruch darauf, deinen Jahresurlaub im laufenden Kalenderjahr zu nehmen. Für Kalenderjahre, die du nicht voll arbeitest, hast du Anspruch auf anteiligen Urlaub. Die Übertragung des Urlaubes in das nächste Jahr ist nur aus wichtigen Gründen möglich. Nimmst du alten Urlaub mit in das neue Jahr, musst du den Urlaub in den ersten drei Monaten des neuen Jahres abbauen.
Du darfst erst nach den ersten sechs Monaten deiner Ausbildung zum ersten Mal in Urlaub gehen. Ab diesem Zeitpunkt hast du auch Anspruch auf deinen vollen Jahresurlaub. Dein Urlaub sollte zusammenhängend gewährt werden und du hast einen Rechtsanspruch darauf, zwei Wochen deines Jahresurlaubs am Stück und in einer berufsschulfreien Zeit zu nehmen.
Leider gibt es aber häufig Probleme mit dem Zeitpunkt des Urlaubs. Das Bundesurlaubsgesetz sagt dazu, dass du dich mit deinem Ausbildenden auf den Urlaubszeitpunkt einigen musst. In der Praxis heißt das: Du stellst einen Urlaubsantrag und der Ausbildende darf dir den Urlaub nur dann verweigern, wenn wichtige betriebliche oder soziale Gründe dagegen sprechen (§7 Bundesurlaubsgesetz). Ein häufiger und legitimer Grund sind dabei Betriebsferien. Wenn es also in deinem Betrieb festgelegte Betriebsferien gibt, musst auch du dich daran halten. Aber häufig wird der Urlaub aus anderen Gründen verweigert wie zum Beispiel Personalmangel. Dieser Grund ist nur in Ausnahmesituationen rechtens, denn der Azubi sollte von vornherein gar keine so wichtige Rolle im betrieblichen Ablauf spielen, dass man ihn nicht entbehren könnte.

Wenn du also deinen Urlaub planen willst, solltest du auf Nummer sicher gehen: Stelle einen schriftlichen Urlaubsantrag und bitte frühzeitig um mögliche Termine. Dein Ausbildender muss innerhalb von einem Monat auf deinen Antrag reagieren. Lass dir die Urlaubsgenehmigung für einen bestimmten Zeitraum ebenfalls schriftlich geben. So hast du im Streitfall einen Nachweis! Reagiert der Ausbildende nicht innerhalb von einem Monat kannst du davon ausgehen, dass dein Urlaub genehmigt ist. Trotzdem musst du aufpassen, wenn sich der Ausbildende dann plötzlich quer stellt. Denn auch, wenn du dich im Recht fühlst, weil der Urlaub schon genehmigt war: Eigenmächtiger Urlaubsantritt ist Grund für eine fristlose Kündigung durch den Ausbildenden.

Bei Problemen mit dem Wunschurlaub bieten wir Auszubildenden aus München Beratung an. Wir helfen dir gerne: Kontaktformular


Im Urlaub
Während deines Urlaubes darfst du nicht gewerblich arbeiten, denn du sollst dich ja erholen. Ausnahme: Falls du einen Nebenjob hast, darfst du den auch im Urlaub weiter ausüben. Deine Ausbildungsvergütung wird während des Urlaubs natürlich weitergezahlt. Auf zusätzliches Urlaubsgeld gibt es keinen gesetzlichen Anspruch, aber in vielen Tarifverträgen ist geregelt, dass zusätzlich Urlaubsgeld gezahlt wird.
Falls es nicht möglich ist, deinen gesamten Jahresurlaub in den Berufsschulferien zu nehmen, musst du weiterhin in die Berufsschule gehen. Für die Berufsschultage musst du dann natürlich keinen Urlaubstag abrechnen.
Wenn du während des Urlaubs krank wirst, gehe unbedingt zum Arzt und lass dir deine Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Die Tage, an denen du krank bist, werden nicht als Urlaub angerechnet. Du musst die Krankmeldung auch im Urlaub sofort an deinen Ausbildungsbetrieb schicken.


Und wenn es mit dem Urlaub nicht klappt?
Die Auszahlung des Urlaubsanspruches an dich ist nicht erlaubt. Ausnahme: Falls du am Ende der Ausbildung noch Urlaub offen hast, muss dein Ausbildender den Urlaub auszahlen. Dasselbe gilt, wenn dein Ausbildungsvertrag durch eine Kündigung frühzeitig endet, zum Beispiel nach drei Monaten. Dann hast du Anspruch darauf, dass dir dein Urlaubsanspruch für diese drei Monate ausgezahlt wird.

Bei Problemen mit der Auszahlung von Urlaub kannst du dich an uns wenden. Wir helfen dir gerne: Kontaktformular