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Fr  09:00-12:00 Uhr azuro - Ausbildungs- & Zukunftsbüro
Paul-Heyse-Str.22
80336 München
Fon: 089/ 51 41 06 35
Fax: 089/ 51 41 06 99 35
Mail:
azuro@azuro-muenchen.de

azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt azuro ist Teil des Jugendsonderprogramms und wird durch das  Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) gefördert. Das  
Jugendsonderprogramm unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und hilft dadurch Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung. Weitere Informationen unter www.muenchen.de/mbq

 

FAQ 2 Mobbing

Fragenübersicht

Was tun bei Mobbing?

Wie im wirklichen Leben kommt es am Ausbildungsplatz oder am Arbeitsplatz zu Reibereien und Konflikten. Diese sind aber nicht sofort mit Mobbing gleichzusetzen. Mobbing ist es erst dann, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen und wenn sich das schlechte Klima über Monate hinzieht:
  • ich höre oft unbegründete Kritik, auch auf meine Nachfrage wird diese nicht genauer begründet.
  • ich werde vor Kollegen lächerlich gemacht und bloßgestellt.
  • ich werde beleidigt.
  • meine Arbeitsleistungen werden angezweifelt.
  • ich erhalte Drohungen, auch Androhung von körperlicher Gewalt.
  • wenn ich den Raum betrete, verstummen regelmäßig die Gespräche der Kollegen.
  • meine Arbeit wird sabotiert und behindert.
  • ich werde sexuell belästigt.
  • ich habe eine innere Unruhe.
  • ich habe Schlafstörungen.
  • ich habe Magen-/Darmprobleme.
  • ich habe Herz-/Kreislaufprobleme.
  • ich habe Angstsymptome.
  • ich habe depressive Verstimmungen.
Die "Täter" sind nicht nur Kollegen, es können durchaus auch Vorgesetzte sein. Wenn du von deinem Ausbilder gemobbt wirst heißt das "Bossing". Meist hat Mobbing das Ziel das Mobbing-Opfer zur Kündigung zu bewegen. Warum gerade die eine oder andere Person gemobbt wird, ist meistens nicht zu ergründen. Manchmal ist es so, dass die Kollegen aus einer unbegründeten Angst heraus ein Opfer suchen. Häufig entsteht Mobbing, wenn Stellen abgebaut werden und die Mitarbeiter Angst um den eigenen Arbeitsplatz haben. Eine besonders schwere Form von Mobbing ist sexuelle Belästigung.

Darüber sprechen:
Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z.B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme. Wenn du sexuell belästigt wirst solltest du dich umgehend an den Frauennotruf wenden, einen Kontakt in deiner Nähe findest du unter www.frauennotrufe.de!

Ein Tagebuch führen:
Wenn dir auffällt, dass sich an deinem Ausbildungsplatz etwas zusammenbraut fang sofort an, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.

Klar und deutlich reagieren:
Du solltest möglichst früh Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist!

Den Täter darauf ansprechen:
Bitte die Person zu einem Gespräch. Überlege dir vor dem Gespräch einige Situationen und Beispiele, in denen das Verhalten der Person besonders verletzend und offensichtlich war. Beginne in dem Gespräch deine Sätze mit "Ich". Sage also nicht: "Sie kritisieren mich ständig!" sondern "Ich fühle mich ständig von Ihnen kritisiert und oft empfinde ich die Kritik als nicht gerechtfertigt!". Versuche sachlich und selbstkritisch zu bleiben. Das Gespräch solltest du nicht alleine führen. Es ist sehr empfehlenswert eine Person deines Vertrauens oder bestenfalls ein Betriebsratsmitglied mitzunehmen. Es ist auch empfehlenswert das Gespräch zu protokollieren.

Personal- und Betriebsrat einschalten:
In vielen Betrieben gibt es eine vom Personal gewählte Vertretung, den Betriebs- oder Personalrat. Außerdem kann es noch eine Jugendvertretung geben. Der Betriebrat ist dazu da, dir bei Problemen im Betrieb zu helfen und dich z.B. zu schwierigen Gesprächen zu begleiten und dich und deine Rechte zu schützen. Wenn du gemobbt wirst wende dich umgehend an den Betriebsrat!

Den Vorgesetzen um Hilfe bitten:
Dein Vorgesetzter und dein Ausbilder haben dir gegenüber Fürsorgepflichten. Sie müssen dafür sorgen, dass du am Ausbildungsplatz weder körperlich noch seelisch gefährdet bist. Du kannst dich also an sie wenden wenn du gemobbt wirst und sie um Hilfe bitten.

Arbeit verweigern:
Wenn dein Ausbilder dich nicht vor Mobbing schützt kannst du in letzter Konsequenz sogar die Arbeit verweigern. Aber tu' das bloß nicht einfach so, dass muss man vorbereiten. Wende dich bitte vorher an das azuro, eine Beratungsstellandere oder an deine zuständige Gewerkschaft!

Krankschreiben:
Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmproblemen, Herz-/Kreislaufproblemen oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressiven Verstimmungen oder Angstsymptomen leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krank schreiben lassen.

Gegen Abmahnungen und Kündigung wehren:
Wenn du eine ungerechtfertigte Abmahnung oder Kündigung erhältst wende dich bitte sofort an das azuro, eine Gewerkschaft oder an einen Rechtsanwalt und lass dich beraten!

Nichts unterschreiben:
Wenn der Betrieb dich loshaben will, versucht er vielleicht dich dazu zu überreden selber zu kündigen oder einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Mach das auf keinen Fall, bevor du dir nicht rechtlichen Rat geholt hast! Du kannst immer um Bedenkzeit bitten, bevor du irgendetwas unterschreibst, auch wenn man versucht, dich unter Druck zusetzen.

Wechsel des Ausbildungsplatzes:
Bei Mobbing hilft letztendlich oft nur noch ein Ausbildungsplatzwechsel. Wie du dabei vorgehst erfährst du unter FAQ 1.

Schadensersatz fordern:
Wenn du deine Ausbildung abbrechen musst, weil du gemobbt oder sexuell belästigt wirst, kannst du den Betrieb unter Umständen auf Schadensersatz verklagen!

Mehr dazu im großen Ausbildungsberater...

Berufsbildungsgesetz § 14
Beschäftigtenschutzgesetz §§ 2, 3, 4