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Fr  09:00-12:00 Uhr azuro - Ausbildungs- & Zukunftsbüro
Paul-Heyse-Str.22
80336 München
Fon: 089/ 51 41 06 35
Fax: 089/ 51 41 06 99 35
Mail:
azuro@azuro-muenchen.de

azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt azuro ist Teil des Jugendsonderprogramms und wird durch das  Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) gefördert. Das  
Jugendsonderprogramm unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und hilft dadurch Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung. Weitere Informationen unter www.muenchen.de/mbq

 

FAQ 8 Kündigung

Fragenübersicht

Was tun bei einer Kündigung?

Das Ausbildungsverhältnis kann während der Probezeit - also in der Regel in den ersten vier Monaten der Ausbildung - ohne Angabe von Gründen und ohne Kündigungsfrist jederzeit gekündigt werden. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Da es keine Frist einzuhalten gibt, endet das Ausbildungsverhältnis zu dem Zeitpunkt, der in der Kündigung angegeben ist, in der Regel sofort. Gegen eine Kündigung vor der Ausbildung oder in der Probezeit kannst du eigentlich nichts unternehmen.
Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis vom Ausbilder nur noch außerordentlich und fristlos gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Wichtige Gründe können sein:
  • Wiederholtes Schwänzen der Berufsschule
  • Häufiges zu spät Kommen in der Arbeit
  • Eigenständiger Urlaubsantritt
  • Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit
  • Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise
  • Nachweislicher Diebstahl
Die Kündigung muss unter genauer Angabe der Kündigungsgründe schriftlich ausgesprochen werden. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dem Ausbilder die Kündigungsgründe bereits länger als zwei Wochen bekannt waren. Zudem ist eine Kündigung unwirksam, wenn ein Betriebsrat existiert und dieser vor der Kündigung nicht angehört wurde. Der Kündigung ist auch unwirksam, wenn bei verhaltensbedingten Pflichtverstößen keine Abmahnungen aus dem gleichen Grund vorangegangen sind.
Wie oft vor einer Kündigung abgemahnt werden muss hängt von der Schwere der Pflichtverletzung, dem Abstand der Pflichtverstöße und der zeitlich fortgeschrittenen Dauer des Ausbildungsverhältnisses und der notwendigen Reife des Azubis ab. Ausnahme: Bei besonders gravierenden Verfehlungen wie zum Beispiel nachweislicher Diebstahl oder ein tätlicher Angriff auf den Ausbilder kann auch ohne Abmahnung gekündigt werden.


Neu bewerben:
Bei einer Kündigung in der Probezeit kannst du wenig tun, außer für dich gilt ein besonderer Kündigungsschutz (Schwangere, Schwerbehinderte, Mitglieder der Jugendvertretung). Deshalb solltest du dir umgehend einen neuen Ausbildungsplatz suchen, deine Chancen in der Nachvermittlung sind gut! Suche dir unter www.arbeitsagentur.de oder www.ihk.de alle Lehrstellen ab sofort raus!

Entscheidung treffen:
Wenn du nach der Probezeit gekündigt wirst solltest du als erstes für dich klären, ob du etwas gegen die Kündigung und ihre Folgen tun willst. Wenn du nicht bereits einen neuen Ausbildungsplatz oder eine andere Alternative hast ist es in der Regel sinnvoll sich zu wehren, denn eine fristlose Kündigung macht sich nicht gut im Lebenslauf und durch eine Verhandlung kannst du Zeit für die Ausbildungsplatzsuche gewinnen.

Rat holen:

Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Das azuro hilft dir bei allen Fragen rund um die Kündigung. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei einen Widerspruch gegen die Kündigung einzulegen.
Wenn du eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hast, bekommst du dort rechtlichen Rat und Beistand im Amtsgerichtsverfahren.

Frist beachten:
Beachte unbedingt die Widerspruchsfrist gegen die Kündigung von drei Wochen: Du hast nach dem Zugang der Kündigung nur drei Wochen Zeit um etwas zu unternehmen, danach ist die Kündigung auf jeden Fall wirksam. Bei einem Aufhebungsvertrag ist ein Widerspruch nicht möglich, außer wenn du unter Druck gesetzt wurdest. Bei einer Kündigung vor und während der Probezeit ist der Widerspruch sinnlos, außer für dich gilt ein besonderer Kündigungsschutz (Schwangere, Schwerbehinderte, Mitglieder der Jugendvertretung).

Schlichtung beantragen und klagen:
Wenn du dich wehren willst solltest du möglichst schnell einen Antrag für eine Schlichtungsverhandlung bei deiner zuständigen Kammer stellen. Die zuständige Stelle (zum Beispiel die HWK oder eine Innung) leitet dann ein Schlichtungsverfahren ein. Wenn es keinen Schlichtungsausschuss bei der zuständigen Stelle gibt, musst du innerhalb von drei Wochen Klage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.  

Ziele festlegen:
Mit einem Widerspruch kannst du erreichen, dass du wieder eingestellt werden musst. Man kann aber in einer Schlichtung auch aushandeln, dass die Kündigung in einen Aufhebungsvertrag zu einem späteren Zeitpunkt umgewandelt wird, so dass dir Zeit bleibt dich neu zu bewerben. Die Kündigung kann z.B. auch in eine Kündigung von deiner Seite wegen Berufsaufgabe umgewandelt werden. Berate dich mit der Gewerkschaft oder anderen Beratungsstellen!

Mehr dazu im großen Ausbildungsberater...

Berufsbildungsgesetz § 22