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azuro - Ausbildungs- & Zukunftsbüro
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azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt azuro wird vom Referat für Arbeit und Wirtschaft im Rahmen des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ)

Schwanger in der Ausbildung! Und jetzt?


Du bist kurz vor oder während der Ausbildung schwanger geworden? Hier bekommst du als Azubi die wichtigsten Infos zum Thema erste Schwangerschaft in der Ausbildung und wie es nach der Geburt mit Baby weiter geht:
Pferd

Vorstellungsgespräch

Die Frage nach der Schwangerschaft ist vor der Einstellung, etwa im Bewerbungsgespräch, grundsätzlich unzulässig. Du bist auch nicht verpflichtet, von dir aus auf eine Schwangerschaft hinzuweisen. Wenn du gefragt wirst, ob du schwanger bist und du sagst "Auf diese Frage möchte ich lieber nicht antworten!" ist das natürlich auffällig. Deshalb erlaubt dir das Gesetz, einfach zu lügen und auf die Frage mit "Nein!" zu antworten, auch wenn du schwanger bist. Du darfst also lügen, ohne dass dein Arbeitgeber deshalb deinen Ausbildungsvertrag anfechten könnte. Das gilt aber nicht, wenn der Ausbildungsberuf grundsätzlich nicht für eine Schwangere geeignet oder sogar verboten ist wie z.B. Röntgenassistentin (Gefahr für das Kind) oder Model (offensichtliche Ungeeignetheit für den Beruf). 

Muss ich meinem Chef sagen, dass ich schwanger bin?

Die schwangere Azubine muss ihrem Ausbilder nichts sagen, wenn sie nicht will. Aber du solltest deinen Ausbilder informieren, sobald du sicher bist, dass du ein Kind bekommst. Da du dann einen besonderen Schutz genießt. Manche Frauen tun dies nach dem dritten Monat, da meist erst dann aus medizinischer Sicht die kritische Zeit der Schwangerschaft vorbei ist. Sprich mit deiner Ärztin/ deinem Arzt darüber, ab wann du mit deinem Arbeitgeber reden solltest. Am besten informierst du deinen Arbeitgeber schriftlich.
Sobald dein Ausbilder von der Schwangerschaft weiß, gilt für dich der besondere Arbeits- und Kündigungsschutz des Mutterschutzgesetzes und die anderen Mutterschutzbestimmungen, die bestimmte Arbeiten verbieten. Dein Arbeitgeber kann eine Bestätigung (von einem Arzt oder von einer Hebamme) über deine Schwangerschaft und den voraussichtlichen Geburtstermin verlangen. Diese benötigt er, wenn er die Mutterschutzfristen für dich ausrechnen will. Die Kosten dafür muss er allerdings selbst übernehmen. Wenn du nicht willst, dass jemand von deiner Schwangerschaft erfährt, kannst du deinen Ausbilder auf seine Verschwiegenheitspflicht hinweisen!

Droht mir die Kündigung?

Keine Angst: Du kannst wegen einer Schwangerschaft deinen Ausbildungsplatz nicht verlieren. Ganz im Gegenteil: Von Beginn der Schwangerschaft bis nach Ablauf des vierten Monats nach der Geburt stehst du unter besonderem Kündigungsschutz und kannst nicht gekündigt werden, auch nicht in der Probezeit! Voraussetzung ist allerdings, dass dein Ausbilder von deiner Schwangerschaft weiß. Falls du eine Kündigung durch den Ausbilder erhältst, musst du innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen und deinen Ausbilder über deine Schwangerschaft informieren, dann ist die Kündigung nichtig. Zur Sicherheit kannst du auch noch innerhalb von drei Wochen Widerspruch einlegen: Dabei hilft dir deine Gewerkschaft!

Wenn dein Ausbilder dir allerdings schwere Vergehen vorwerfen muss, die nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben z. B. Diebstahl, dann kann er dich trotzdem kündigen. Allerdings muss bei Schwangeren die oberste Landesbehörde der Kündigung einer Schwangeren zustimmen.  In München ist das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern zuständig für den Kündigungsschutz von Schwangeren. Du selbst darfst natürlich während der Schwangerschaft und innerhalb der Mutterschutzfristen jederzeit fristlos kündigen.

Mutterschutz

Dein Arbeitgeber muss die folgenden Mutterschutzbestimmungen einhalten, sobald er von deiner Schwangerschaft erfährt.
Vorsorgeuntersuchung
Dein Arbeitgeber muss dich für die Vorsorgeuntersuchungen freistellen. Die daraus resultierenden Fehlzeiten müssen nicht vor- oder nachgearbeitet werden. Im Durchschnitt finden die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft einmal im Monat statt, sie können aber auch öfter nötig sein: Das bestimmt dein Frauenarzt und nicht dein Arbeitgeber!
Arbeitszeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit darfst du nicht mit Mehrarbeit, Nachtarbeit zwischen 20.00 und 6.00 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Du bist unter 18? Dann ist alles, was über acht Stunden täglich oder 80 Stunden in der Doppelwoche hinaus geht, verboten. Über 18? Dann ist bei 8,5 Stunden pro Tag oder 90 Stunden in der Doppelwoche die Grenze.
Beschäftigungsverbote
Alles, was dir körperliche Beschwerden bereitet, musst du als Schwangere nicht machen. Wenn du also mit bestimmten Arbeiten oder Arbeitsumständen nicht mehr zurecht kommst, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin und lass dir ein Attest ausstellen. Dein Arbeitgeber muss dann Abhilfe schaffen, vielleicht eine Liege zum Ausruhen aufstellen, oder dich anderswo einsetzen.
Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten, die Schwangere und/oder stillende Frauen grundsätzlich nicht ausführen dürfen. Zum Beispiel das Heben, Bewegen oder Befördern von Gegenständen per Hand, die mehr als fünf (regelmäßig) oder mehr als zehn (gelegentlich) Kilogramm wiegen. Nach dem fünften Schwangerschaftsmonat darfst du nicht mehr länger als vier Stunden stehen. Dasselbe gilt für Tätigkeiten, bei denen du dich häufig strecken, beugen oder bücken musst. Auch Akkordarbeit und Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Tempo, extremer Lärm oder der Kontakt mit Gefahrstoffen (z.B. Lacke, Chemikalien etc.) sind verboten.
Mutterschutzfristen
Die sechs Wochen vor und die acht Wochen nach der Entbindung sind die sogenannten Mutterschutzfristen. Während dieser Zeit bist du von der Arbeit befreit. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten beträgt die Schutzfrist nach der Geburt zwölf Wochen. Wenn du willst, kannst du bis zur Geburt weiter arbeiten. Diese Entscheidung kannst du jederzeit rückgängig machen. Nach der Entbindung darfst du während der Schutzfrist nicht arbeiten. Bei einer Frühgeburt verlängert sich der Mutterschutzurlaub um die Tage, die du vor der Entbindung nicht in Anspruch nehmen konntest. Trotz Mutterschutzurlaub steht dir dein normaler Erholungsurlaub in voller Höhe zu. Wenn du wegen der Schwangerschaft bzw. Mutterschutz deinen Resturlaub im laufenden Jahr nicht nehmen konntest, bleibt er dir auch noch nach dem 31.03. des darauffolgenden Jahres erhalten.
Während der Mutterschutzfristen bekommst du weiterhin dieselbe Netto-Vergütung wie vorher. Die Krankenkasse zahlt dabei 13,- Euro am Tag und dein Arbeitgeber ist verpflichtet soviel dazu zuzahlen, dass du wieder genauso viel in der Tasche hast wie vorher.
Stillpausen
Wenn du dein Kind stillen willst, muss dein Arbeitgeber dir dafür Zeit einräumen, und zwar während deiner Arbeitszeit:
-    8-Stunden-Tag: mindestens 60 Minuten oder 2 mal 30 Minuten pro Tag
-
   mehr als 8 Stunden: zweimal 45 Minuten oder einmal 90 Minuten täglich (falls es in
      der Nähe deiner Arbeit keine Gelegenheit zum Stillen gibt)
Die Stillzeiten dürfen nicht vor- oder nachgearbeitet werden, und dein Arbeitgeber darf sie dir auch nicht auf die Ruhepausen anrechnen! Das alles gilt, solange du dein Kind stillen möchtest. Bis zu zwei Jahre sind denkbar.

Wie geht es weiter mit der Ausbildung?

Du setzt deine Ausbildung ganz normal fort. Das Ausbildungsverhältnis ist grundsätzlich befristet und endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung oder zu dem Zeitpunkt, der in deinem Ausbildungsvertrag steht. Bei einer Schwangerschaft kann es aus verschiedenen Gründen zu einer Verlängerung der Ausbildungszeit kommen.
Verlängerung der Ausbildung durch Mutterschutz
Vor und nach der Geburt liegen die Mutterschutzzeiten: Ab 6 Wochen vor der Geburt kannst du in Mutterschutz gehen, du musst aber nicht. Wenn du willst, kannst du bis zum Geburtstermin arbeiten, dass kannst du dir innerhalb der Mutterschutzzeiten auch noch einmal neu überlegen und ändern! Nach der Geburt musst du acht oder sogar zwölf Wochen zu Hause bleiben. Die zuständigen Stellen (IHK, HWK etc.) regeln das unterschiedlich: Oft wirst du trotz deiner Mutterschutzzeiten zur vorgesehenen Abschlussprüfung zugelassen. Einige zuständige Stellen verlängern deine Ausbildung auch und lassen dich erst zum nächsten Prüfungstermin zu.
Verlängerung der Ausbildung bei Krankheit
Wenn du aufgrund deiner Schwangerschaft oft oder lange fehlst, kannst du bei deinem Arbeitgeber und der für dich zuständigen Stelle beantragen, dass deine Ausbildungszeit entsprechend verlängert wird. Wenn du einen Verlängerungsantrag stellst, wird auch dein Betrieb gehört und dann entscheidet die zuständige Stelle.
Aber auch der Betrieb kann bei der Prüfungsanmeldung auf deine langen Fehlzeiten hinweisen und somit eine Zulassung verhindern. In diesem Fall musst du die Ausbildung ebenfalls verlängern.
Elternzeit
Nach den Mutterschutzfristen kannst du Elternzeit nehmen. Elternzeit bedeutet, dass deine Ausbildungsstelle dir für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren freigehalten werden muss. Bezahlt wirst du allerdings nicht. Aber du hast Anspruch auf andere Finanzielle Hilfen. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer oder z.B. Großeltern können sich für die Betreuung und Erziehung eines Kindes ganz oder teilweise freistellen lassen! Bis das Kind drei Jahre alt ist, kann jeder Elternteil maximal drei Jahre in Anspruch nehmen, und fast jede Kombination ist denkbar: mal du, mal der Vater, oder ihr beide gleichzeitig.
Deine Elternzeitwünsche musst du sieben Wochen vor dem Antritt bei deinem Ausbilder beantragen, also spätestens eine Woche nach der Geburt des Kindes. Besser ist es natürlich, du nützt die Zeit vor der Geburt, um dir klar zu werden wann und wie lange zu in Elternzeit gehen willst. Je eher du mit deinem Arbeitgeber darüber sprichst, um so besser für das Klima in deinem Betrieb. Dein Ausbildungsbetrieb will ja wissen für welchen Zeitraum er einen Ersatz für dich suchen muss.
Während der Elternzeit kannst du bei deinem jetzigem oder auch einem anderem Arbeitgeber bis zu 30 Stunden in Teilzeit etwas dazu verdienen. Wenn du für jemanden anderen arbeiten möchtest, muss dein Betrieb dir das allerdings erst genehmigen.
Teilzeitausbildung
Das Berufsbildungsgesetz sieht die Möglichkeit vor, unter bestimmten Voraussetzungen eine Berufsausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Damit soll jungen Vätern und Müttern die Chance gegeben werden, trotz Elternschaft einen Berufsausbildung abzuschließen. Es gibt zwei Varianten, wie eine Berufsausbildung in Teilzeit ablaufen kann.
Du kannst deine die wöchentliche Arbeitszeit verkürzen, ohne dass sich deine gesamte Ausbildungszeit verlängert. Bei dieser Variante arbeitest du mindestens 25 Stunden. Der Berufsschulunterricht wird auf die Arbeitszeit angerechnet. Wie viele Schulstunden bei Volljährigen in Teilzeitausbildung tatsächlich angerechnet werden können, ist noch nicht endgültig entschieden.
Wenn du weniger als 25 Stunden pro Woche arbeitest, kann sich deine Ausbildungsdauer um maximal ein Jahr verlängern. Auf wie viele Stunden du kürzen kannst und um wie viele Monate sich deine Ausbildung verlängert, mußt du im Einzelfall bei deiner zuständigen Stelle (IHK, HWK, ...) erfragen.
Als Teilzeit-Azubi erhältst du ganz normal eine Ausbildungsvergütung, welche jedoch entsprechend der wöchentlichen Arbeitszeit gekürzt werden kann. Beim Arbeitsamt kannst du dich über ergänzende Leistungen informieren. Wenn sich deine Vergütung verringert hast du eventuell Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Weitere Informationen zur Berufsausbildung in Teilzeit erhältst du bei den zuständigen Stellen (IHK, HWK).
Kinderbetreuung
Wenn das Kind da ist und du wieder in die Arbeit gehen willst, dann muss die Betreuung deines Kindes gewährleistet und organisiert werden. Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit ist natürlich, wenn sich der Vater des Kindes, deine Eltern oder sonstige Verwandte um das Kind kümmern können. Oder vielleicht kennst du andere junge Mütter und ihr könnt euch für die Betreuung eurer Kinder zusammentun. Um einen Platz in einer Kinderkrippe solltest du dich möglicht früh, am besten schon während der Schwangerschaft kümmern, da die Wartezeiten meist sehr lang sind. Die Kosten für einen Krippenplatz staffeln sich in der Regel entsprechend dem Gehalt, so dass es für dich als Auszubildende nicht so teuer ist. Wenn du eine stundenweise und individuelle Betreuung suchst, ist vielleicht eine Tagesmutter eine gute Lösung. Wenn es bei dir finanziell eng ist, kann die Betreuung durch eine Tagesmutter eventuell auch vom Jugendamt gefördert werden. Beim Jugendamt kannst du dich auch allgemein rund um Fragen der Kinderbetreuung beraten lassen.
Wenn das Kind krank wird?
Wenn dein Kind krank wird hast du nach § 19(1) BBiG als Auszubildende einen Anspruch auf die volle Lohnfortzahlung für einen Zeitraum bis zu 6 Wochen, für die Betreuung deines erkrankten Kindes. Sind die 6 Wochen ausgeschöpft, und dein Kind ist immer noch oder wieder krank, ist der Ausbildungsbetrieb weiterhin verpflichtet dich für für die Betreuung deines Kindes freizustellen. Er darf den Lohn aber entsprechend der Fehltage kürzen. Du hast nun die Möglichkeit bei deiner Krankenkasse Kinderkrankengeld für maximal 10 Arbeitstage im Jahr zu beantragen. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Arbeitstage.
Abschlussprüfung
Abschlussprüfungen finden in den meisten Berufen alle sechs Monate statt. Du kannst immer - auch während der Mutterschutzfristen - an der Abschlussprüfung teilnehmen, wenn es dir gut genug geht!
Übernahme nach der Ausbildung
Frühestens sechs Monate vor dem Ende deiner Ausbildung kannst du mit deinem Arbeitgeber vereinbaren, dass du übernommen wirst, d.h. dass dein Ausbildungsverhältnis in ein Arbeitsverhältnis übergeht. Wenn du diese Vereinbarung getroffen hast, dann gilt sie auch, wenn du schwanger wirst. Außerdem kommt dann das Mutterschutzgesetz voll zum Tragen, und du hast einen zusätzlichen Kündigungsschutz. Falls keine Vereinbarung getroffen wird und kein Tarifvertrag eine Übernahme regelt, hast du auch als Schwangere keinen Rechtsanspruch auf Übernahme.

Finanzen

Ausbildungsvergütung
Außerhalb der Mutterschutzfristen und der Elternzeit bekommst du ganz regulär deine Ausbildungsvergütung ausbezahlt.
Berufsausbildungsbeihilfe
Auch deine Berufsausbildungsbeihilfe wird außerhalb der Mutterschutzfristen und der Elternzeit ganz normal weitergezahlt. Wenn du Elternzeit nimmst, bist du allerdings nicht mehr berechtigt BAB zu erhalten. Dafür erhältst du dann Elterngeld und das orientiert sich an allen Einkünften, die du bisher hattest, also auch an der BAB.
Mutterschaftsgeld

Während der Schutzfristen vor und nach der Geburt erhältst du das sogenannte Mutterschaftsgeld. Es entspricht deinem durchschnittlichen Netto-Verdienst während der letzten drei Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist. Das Mutterschutzgeld beträgt höchstens 13,- Euro pro Tag. Alles, was dir dann noch zu deinem bisherigen Nettoverdienst fehlt, muss der Arbeitgeber während der Mutterschutzfristen zuschießen. Du erhältst also in dieser Zeit netto dieselbe Summe wie vorher! Die Fachleute für das Mutterschaftsgeld sitzen bei deiner Krankenkasse. Dort kannst du einfach anrufen und erhältst alle notwendigen Informationen.
Kindergeld
Unabhängig von deinem Einkommen stehen dir für das erste und zweite Kind 184,- Euro, für das dritte Kind 190,- Euro Kindergeld im Monat zu, von seiner Geburt bis zu seiner Volljährigkeit oder zum Ende seiner Ausbildung. Den Antrag auf Kindergeld stellst du bei der Familienkasse deiner Arbeitsagentur.
Erziehungsgeld
Das Erziehungsgeld wurde durch das neue Elterngeld ab dem 01.01.2007 abgelöst. Alle Eltern, deren Kinder bis zum 31.12.2006 geboren wurden, können weiterhin Erziehungsgeld beantragen.
Als Azubi kannst du Erziehungsgeld erhalten und trotzdem Vollzeit arbeiten. Zusätzlich zu dem Erziehungsgeld kannst du weiter deine Ausbildungsvergütung, Berufsausbildungsbeihilfe und Kindergeld erhalten. Erziehungsgeld erhältst du in der Regel zwei Jahre lang. Du kannst beim Erziehungsgeld zwischen zwei Modellen unterscheiden: Entweder du wählst den Regelbetrag: Dann erhältst du zwei Jahre lang 307 Euro pro Monat. Wählst du das Budget, erhältst du ein Jahr lang 460 Euro pro Monat.
Landeserziehungsgeld
In manchen Bundesländern gibt es nach Ablauf der zwei Jahre noch ein weiteres Jahr Erziehungsgeld, das sog. Landeserziehungsgeld. In Bayern zum Beispiel kannst du Landeserziehungsgeld beantragen, nachdem das Bundeserziehungsgeld bzw. das Elterngeld nicht mehr gezahlt wird. Dieser Zuschuss ist allerdings einkommensabhängig. Zur Zeit liegt die Grenze des Jahreseinkommens für Paare bei 16.500,- Euro und für Alleinerziehende bei 13.500,- Euro. Für Geburten ab 2009 gilt: Paare, die unter 25.000,- Euro verdienen oder Alleinerziehende, die unter 22.000,- Euro verdienen, haben Anspruch auf Landeserziehungsgeld. Das Landeserziehungsgeld in Bayern beträgt beim ersten Kind bis zu 150,- Euro monatlich.
Achtung: Das Geld bekommst du nur, wenn du regelmäßig an allen notwendigen Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen hast!
Elterngeld
Seit dem 01.01.2007 gibt es Elterngeld. Diese Förderung für Eltern ersetzt das bisherige Erziehungsgeld. Mütter oder Väter bekommen 12 Monate lang 67 % des bisherigen Nettoeinkommens ausgezahlt, wenn sie ihre Berufstätigkeit oder auch ihre Ausbildung unterbrechen, um ihr Kind zu versorgen. Dabei werden Geringverdiener zusätzlich unterstützt. Die Geringverdienergrenze liegt bei 1.000,- Euro netto. Da die meisten Azubi-Vergütungen in jedem Fall darunter liegen, wird dein bisheriges Einkommen mit einem höherem Prozentsatz als 67 % angerechnet. Mindestens 300,- Euro monatlich wirst du in jedem Fall bekommen, das steht auch Elternteilen zu, die vorher nicht gearbeitet haben. Wenn du während der Elternzeit arbeitest, musst du das der Elterngeldstelle melden. Dein zusätzlicher Verdienst wird dann vom ursprünglichem Einkommen abgezogen und das Elterngeld neu berechnet.
Partnermonate (Vätermonate)
Die Partnermonate oder gerne auch Vätermonate genannt, sind zwei zusätzliche Monate, um die dein Anspruch auf Elterngeld verlängert wird. Meist ist es der Vater (deshalb auch: Vätermonate)  der dann auch zwei Monate Elternurlaub nimmt, um euer gemeinsames Kind zu betreuen. Diese Regelung ist neu und wurde erfunden, um Väter zu motivieren, sich in den ersten Lebensmonaten um das Kind zu kümmern. Für dich als Auszubildende ist es eine tolle Möglichkeit deine Ausbildung wieder aufzunehmen, weil der Vater dir den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt enorm erleichtern kann. Wenn du alleinerziehend bist, kannst du alleine für 14 Monate Elterngeld beantragen.
Übrigens: die Elternzeit könnt ihr euch auch ganz anders aufteilen. Du kannst voll arbeiten und dein Partner nimmt Elternzeit. Genauso ist es denkbar, dass ihr beide in Teilzeit arbeitet und euch die Kinderbetreuung teilt. Denn in den ersten 12-14 Monaten seid ihr durch das Elterngeld und das Kindergeld relativ gut finanziell abgesichert.
Unterhalt
Deine Eltern schulden dir Unterhalt und müssen dich unterstützen, wenn es z.B. während der Elternzeit zu knapp wird mit dem Geld. Ebenso schuldet natürlich der Vater des Kindes dir und dem Kind Lebensunterhalt für höchstens 3 Jahre.
Sozialhilfe & einmalige Leistungen

Wenn weder deine Eltern noch der Vater deines Kindes genügend Geld haben, um für dich und dein Kind zu sorgen und alle oben genannten Möglichkeiten nicht für deinen Lebensunterhalt ausreichen, kannst du Sozialhilfe beantragen. Den Antrag musst du bei deinem zuständigem Sozialbürgerhaus stellen.
Auch wenn du nicht sozialhilfeberechtigt bist, kannst du beim Sozialbürgerhaus als sogenannte einmalige Leistungen Zuschüsse zur Erstausstattung von Schwangerschaftsbekleidung, Babykleidung, Kinderwagen usw. beantragen. Wende dich in jedem Fall an dein zuständiges Sozialbürgerhaus.
Stiftungen
Einmalige Leistungen z.B. eine Erstausstattung kannst du auch von Stiftungen erhalten z.B. von der Bundesstiftung "Mutter und Kind". Einen Antrag kannst du allerdings nicht direkt sondern nur über eine Schwangerschaftsberatungsstelle wie z.B. Pro Familia stellen.

Beratung und Links

Hier kannst du kostenlos die Broschüren "Elterngeld und Elternzeit" und "Mutterschutzgesetz" bestellen www.bmfsfj.de
Schwangerenberatungsstellen in deiner Nähe und viele gute Informationen www.profamilia.de
www.donum-vitae-bayern.de
Elterngeldstellen in Deutschlandwww.bmfsfj.de/

Hier kannst du dein Elterngeld berechnen lassen

MinA begleitet junge Mütter während der Ausbildung

www.bmfsfj.de/elterngeldrechner

www.mina-ausbildung.de