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Fr  09:00-12:00 Uhr azuro - Ausbildungs- & Zukunftsbüro
Paul-Heyse-Str.22
80336 München
Fon: 089/ 51 41 06 35
Fax: 089/ 51 41 06 99 35
Mail:
azuro@azuro-muenchen.de

azuro ist eine Einrichtung der DGB-Jugend Region München und des Kreisjugendring München-Stadt azuro ist Teil des Jugendsonderprogramms und wird durch das  Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) gefördert. Das  
Jugendsonderprogramm unterstützt Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und hilft dadurch Betrieben bei der Nachwuchsgewinnung. Weitere Informationen unter www.muenchen.de/mbq

 

Ausbildungsvergütung

Ausbildungsvergütung
Weihnachts- und Urlaubs

Sozialversicherung

Geltendmachung von Ansprüchen

Höhe der Ausbildungsvergütung


Unser Tipp: Aber auch, wenn für deinen Ausbildungsbetrieb kein Tarifvertrag gilt, darf deine Ausbildungsvergütung höchstens 20% unter der für deinen Ausbildungsbetrieb einschlägigen tariflichen Regelung liegen!

Bei deiner Gewerkschaft kannst du erfragen, ob es für deinen Ausbildungsberuf einen bindenden Tarifvertrag gibt oder wie hoch die übliche tarifliche Vergütung in deiner Branche ist. Dann weißt du ganz genau, was dir zusteht. Wenn du Mitglied in einer Gewerkschaft bist, klagt sie die Ausbildungsvergütung für dich ein. Kümmere dich frühzeitig darum, denn oft kann man die Vergütung nur für einen bestimmten Zeitraum rückwirkend einfordern!

Ein Überblick über die Ausbildungsvergütungen in den wichtigsten Berufen findest du hier.

Zahlung der Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung muss dir vor Ablauf des Monats gezahlt werden (§18 Berufsbildungsgesetz). Du solltest dir unbedingt ein Girokonto einrichten, auf das dir dein Ausbilder das Geld überweisen kann. Wenn du deine Ausbildungsvergütung als bare Gehaltszahlung bekommst, solltest du dir unbedingt einen schriftlichen Nachweis geben lassen, wann wie viel gezahlt wurde. Später kann nämlich jeder alles behaupten. Du solltest auch überprüfen, ob sich dein Ausbilder durch die bare Gehaltszahlung um die Sozialversicherung und die Lohnsteuer drücken will. Das heißt dann Schwarzarbeit und kann für dich unangenehme Folgen haben. Bis zu 75% der Vergütung kannst du in Sachmitteln (z.B. Essen, Wohnung) erhalten, wenn du das mit deinem Ausbilder vereinbart hast.

Falls deine Ausbildung innerhalb eines Monats beginnt oder endet, muss dir dein Gehalt anteilig gezahlt werden. Pro Tag steht dir 1/30 deines Monatsgehaltes zu (§18 Berufsbildungsgesetz). Auch im Urlaub wird die Ausbildungsvergütung weiter gezahlt. Die Ausbildungsvergütung muss auch weiter gezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen für die du nichts kannst ausfällt, obwohl du bereit stehst. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn dich dein Ausbilder nach Hause schickt, weil gerade nichts zu tun ist (§19 Berufsbildungsgesetz). In diesem Fall bist du bezahlt freigestellt. Wenn du krank bist hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse. Wenn dein Gehalt ausbleibt oder nur unregelmäßig kommt, solltest du es möglichst bald gemeinsam mit deiner Gewerkschaft geltend machen. Mehr dazu findest du unter dem Punkt Geltendmachung.

Unser Tipp:
Damit deine Ausbildungsvergütung problemlos überwiesen werden kann, solltest du ein Girokonto anlegen. Dabei gibt es enorme Unterschiede: Manche Girokonten sind umsonst, andere verlangen bis zu fünf Euro Gebühr im Monat! Du solltest also vergleichen. Besonders günstig sind in der Regel Direktbanken, bei denen du dein Konto selbständig online verwaltest.

Unser Tipp:
Wenn deine Ausbildung unter 325 Euro liegt und dann ansteigt, kann es passieren, dass du trotz Lohnerhöhung weniger Geld hast: Denn jetzt musst du 21% Sozialabgaben zahlen. Von daher ist es vielleicht sinnvoll, auf einen bestimmten Vergütungsanspruch zu verzichten! Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, deine Vergütung zu verringern. Sprich mit deinem Ausbilder darüber. Ihr könnt das dann in einem schriftlichen Vertrag festhalten, in dem steht, dass ihr beide damit einverstanden seid, dass dein Ausbilder dir weniger zahlt als er vielleicht müsste, weil dir dann mehr Geld übrig bleibt. Mehr dazu unter Sozialversicherung

Wer hat Anspruch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld?

Zusätzlich zum Gehalt erhalten viele Azubis Weihnachts- und Urlaubsgeld oder zumindest eines von beiden. Das Urlaubsgeld wird in der Regel im Juni oder Juli ausgezahlt, das Weihnachtsgeld im November. Viele Azubis gehen aber auch leer aus, da es kein Gesetz gibt, dass einen allgemeinen Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld begründet. Es bedarf also einer speziellen Vereinbarung zwischen dir und dem Ausbilder, damit ein Anspruch entsteht. Eine solche Vereinbarung kann in deinem Ausbildungsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag geschlossen werden. Wenn du also herausfinden willst, ob du Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld hast musst du folgende Punkte überprüfen:
  • Lies deinen Ausbildungsvertrag genau durch. Vielleicht findet sich hier eine Vereinbarung zu Weihnachts- und Urlaubsgeld oder ein Verweis darauf, dass tarifvertragliche Regelungen gelten.
  • Wenn ein Betriebsrat in deinem Betrieb existiert: Frage nach, ob es eine Betriebsvereinbarung gibt, die den Arbeitgeber zur Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld verpflichtet.
  • Frage bei deiner zuständigen Gewerkschaft nach, ob ein Tarifvertrag für deine Branche abgeschlossen wurde und ob darin eine Regelung zu Weihnachts- und Urlaubsgeld enthalten ist. Einen Rechtsanspruch auf die Leistungen aus dem Tarifvertrag hast du aber nur dann, wenn du Gewerkschaftsmitglied bist!

Findet du hier keine Vereinbarung zum Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bleibt nur noch einen etwaiger Anspruch aus Gleichbehandlungsgründen: Wenn der Arbeitgeber in den letzten Jahren freiwillig Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gezahlt hat ohne ausdrücklich auf die Freiwilligkeit hinzuweisen erwächst dir ein Anspruch aus einer sogenannten "betrieblichen Übung" - man könnte auch Gewohnheitsrecht sagen.
raschelraschel

Weihnachtsgeld als Gehalt oder Gratifikation?

Das Weihnachtsgeld wird oft auch als 13. Monatsgehalt bezeichnet, aber nur wenige Azubis erhalten ein volles zusätzliches Gehalt. In der Regel wird ein gewisser Prozentsatz deiner üblichen Ausbildungsvergütung als Weihnachtsgeld gezahlt. Trotzdem ist die Bezeichnung wichtig: Wird das Weihnachtgeld als Gehalt bezeichnet, handelt es sich um echtes Entgelt, dass für die im Laufe des Jahres geleistete Arbeit fällig wurde. In diesem Fall kann dein Ausbildungsbetrieb auf keinen Fall eine Rückzahlung verlangen, auch wenn du kurz nach Erhalt des Weihnachtsgeldes aus dem Ausbildungsverhältnis ausscheidest.

Anders sieht es aus, wenn das Weihnachtsgeld als Gratifikation bezahlt wird. Eine solche Gratifikation wird für vergangene oder auch zukünftige Dienste gezahlt. Eine Rückzahlungsverpflichtung kann hier entstehen, wenn diese ausdrücklich vereinbart wurde und wenn in der Vereinbarung eindeutig festgelegt ist, in welchem Fall und bis zu welchem Zeitpunkt des Ausscheidens das Weihnachtsgeld zurückgezahlt werden muss. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen: Bei einer Zahlung bis 100 Euro darf zum Beispiel keine Bindungsfrist festgelegt werden.


Wie viel Sozialversicherung muss ich zahlen?

Falls du weniger als 325 Euro brutto verdienst, wird dir nichts vom Gehalt abgezogen: Dein Ausbilder muss die Sozialabgaben alleine tragen, und du musst auch keine Lohnsteuer zahlen! Das bedeutet brutto = netto: du bekommst das, was in deinem Ausbildungsvertrag steht, cash auf die Hand!
Verdienst du mehr als 325 Euro brutto, müssen du und dein Arbeitgeber jeweils die Hälfte der Sozialabgaben zahlen. Zu den Sozialversicherungen gehören:
Pferd
Rentenversicherung 18,7% deines Brutto-Gehaltes
Arbeitslosenversicherung 3,0% deines Brutto-Gehaltes
Krankenkasse (durchschnittlich) ca. 14,6% deines Brutto-Gehaltes
Pflegeversicherung 2,35% deines Brutto-Gehaltes
(wenn du bereits 23 Jahre als bist und kein Kind hast, musst du zusätzlich 0,25% zahlen, also 2,6%)

Insgesamt kommt man also auf ca. 40% Sozialversicherungsbeiträge. Davon musst eine Hälfte du bezahlen und eine Hälfte dein Arbeitgeber. Wenn du also wissen willst, wie viel du netto verdienst, musst du ca. 20% Sozialabgaben von deinem Brutto-Gehalt abziehen. Ob du auch Lohnsteuer zahlen musst hängt von der Höhe deiner Ausbildungsvergütung und von deiner Steuerklasse ab.


Unser Tipp:
Wenn deine Ausbildung unter 325 Euro liegt und dann ansteigt, kann es passieren, dass du trotz Lohnerhöhung weniger Geld hast: Denn jetzt musst du ca. 20% Sozialabgaben zahlen. Von daher ist es vielleicht sinnvoll, auf einen bestimmten Vergütungsanspruch zu verzichten! Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, deine Vergütung zu verringern. Sprich mit deinem Ausbilder darüber. Ihr könnt das dann in einem schriftlichen Vertrag festhalten, in dem steht, dass ihr beide damit einverstanden seid, dass dein Ausbilder dir weniger zahlt als er vielleicht müsste!

Unser Tipp:
Die Beiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen sind unterschiedlich hoch, die Leistungen allerdings ziemlich ähnlich, weil sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Wer 2% weniger Beitrag zahlt, hat immerhin bis zu sechs Euro mehr im Monat in der Tasche.
Hier kannst du die Tarife der Krankenkassen vergleichen: http://www.krankenkassentarife.de


Achtung Schwarzarbeit

Schwarzarbeiten bedeutet, für eine Arbeit Geld zu bekommen, dafür aber weder Sozialversicherungen noch Lohnsteuer zu zahlen, obwohl du bzw. dein Arbeitsgeber dazu verpflichtet ist. Manchmal fördern Betriebe die Schwarzarbeit und lassen auch Auszubildende schwarzarbeiten. Dann zahlen sie dir dein Gehalt in bar aus und drücken sich somit um ihren Anteil an der Sozialversicherung. Im Zweifelsfall bist du ziemlich schlecht dran, weil du keinen Versicherungsschutz hast, zum Beispiel Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung. Schwein

Wenn der Betrieb nicht zahlt

Eine Geltendmachung schreibt man während der Ausbildung oder nach Ende der Ausbildung, um Leistungen schriftlich einzufordern. Die Geltendmachung schickst du an deinen Ausbilder. Du kannst auch eine Kopie des Schreibens an die zuständige Stelle (siehe Stempel hinten auf deinem Ausbildungsvertrag zum Beispiel IHK) schicken, um sie über deine Probleme in Kenntnis zu setzen. Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel du fordern kannst, schreib lieber zu viel rein!

Manchmal - zum Beispiel bei Überstunden - kann es clever sein, bis zum Ende der Ausbildung zu warten, bevor man seine Ansprüche stellt, weil man dann der schlechten Stimmung am Ausbildungsplatz nicht mehr ausgesetzt ist! Falls du dich für diesen Weg entscheidest, informiere dich bei deiner Gewerkschaft genau über mögliche Ausschlussfristen!

Fristen beachten

Im Arbeitsrecht gilt eine Verjährungsfrist von 3 Jahren. Die Frist beginnt erst am Ende des Jahres, in dem die Leistung fällig wurde zu laufen. Das bedeutet, dass du mindestens drei Jahre rückwirkend Leistungen geltend machen kannst. Danach verfallen die Leistungen. Allerdings enthalten viele Tarifverträge sogenannte Ausschlussfristen, in denen diese Frist auf drei oder sechs Monate verkürzt ist.

Unser Tipp:
Eine Geltendmachung solltest du möglichst gleich schreiben, nachdem die Leistungen fällig geworden sind. Eine schriftliche Aufforderung stoppt den Ablauf der Frist!

Was steht drin?

Azubis möchten häufig folgende Leistungen geltend machen:
  1. Ausbildungsvergütung: Deine Ausbildungsvergütung war bis zum letzten Arbeitstag des Monats fällig und ist nicht gekommen. Falls du volle Monatsgehälter anforderst, ist die Summe klar. Falls du allerdings deine Ausbildungsvergütung nur für einige Tage anfordern willst, musst du dein Monatsgehalt durch 30 teilen, dann hast du deinen Tageslohn. Den Tageslohn multiplizierst du dann mit der Anzahl der Arbeitstage, die du noch gearbeitet hast.
  2. Überstunden: Du hast Überstunden gemacht, die nicht in Freizeit ausgeglichen wurden. Dann müssen sie dir ausbezahlt werden. Um deinen Stundenlohn zu ermitteln, teile dein Brutto-Monatsgehalt durch 30. Das Ergebnis teilst du dann durch die regelmäßige tägliche Arbeitszeit, zum Beispiel acht Stunden bei einer 40-Stunden Woche. Nicht erschrecken: Das ist dein Stundenlohn! Für Überstunden muss dir zusätzlich ein Zuschlag gezahlt werden. Wie hoch der ist, kannst du bei deiner Gewerkschaft erfragen.
  3. Urlaub: Falls du wegen des Endes der Ausbildung deinen Urlaub nicht mehr nehmen kannst, wird er dir ausbezahlt. Teile deinen Jahresurlaub durch zwölf und multipliziere das Ergebnis mit der Anzahl der Monate, die du im Betrieb gearbeitet hast. Auf so viele Urlaubstage hast du Anspruch. Für jeden Tag steht dir dann ein Tagesgehalt (siehe Punkt 1) zu.
Es gibt auch andere Punkte zu beachten, wenn du eine Geltendmachung schreiben willst. Deshalb empfehlen wir dir, dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft zu wenden. Meistens hat ein Brief von deiner Gewerkschaft Erfolg, weil dein Ausbilder dann weiß, dass du Rechtsschutz hast und deine Gewerkschaft Ansprüche notfalls einklagen wird.